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  • Valerie Voggenreiter

Er ist eröffnet - der erste Silence Space

Aktualisiert: 28. Nov 2019

english version below

Der Silence Space an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung wurde am 25.09.2019 feierlich eröffnet! Die Nutzungsvereinbarung mit der Hochschule ist unterschrieben und abgesegnet. Eine Kerngruppe kümmert sich um die Koordination und Organisation bezüglich des frühmorgendlichen, und abendlichen Workshops-Programms in der Jurte, sowie ihre Instandhaltung. Tagsüber dient der Silence Space als stiller Ort für Einkehr und Rückzug aller Hochschulangehörigen. In der vorlesungsfreien Zeit werden Workshops rund um das Thema der sozial-ökologischen Transformation, sowie Achtsamkeitsschulungen stattfinden. Die zentrale Frage ist hier, wie wir Nachhaltigkeit neu denken und besonders unseren inneren Prozessen dabei Aufmerksamkeit schenken können. Es liegt die soziale Dimension der Nachhaltigkeit im Fokus. Es gibt bereits viele Workshop-Anfragen verschiedenster Art: von Körper- und Atemübungen, hin zu Techniken der Stressreduktion und Konzepten der Ökopsychologie. Im Silence Space können wir die Beziehung zu uns Selbst, unseren Mitmenschen sowie dem großen Ganzen beleuchten. Die empfundene Trennung von Mensch und Natur kann hier thematisiert, kritisches Denken und neue Ansätze des Denkens, sowie des Handelns gefördert werden.


Für die Eröffnungsfeier erschienen ca. 60 Leute an der Jurte am Waldcampus. Insgesamt wurden fünf Reden gehalten, eine halbstündige Tanzperformance und mehrere musikalische Auftritte am Abend füllten den Rahmen. Um 15:00 begann Prof. Dr. Heike Walk mit einer kurzen Rede. Sie hat das Projekt von Anfang an unterstützt und teilte ihre Perspektive des Entstehungsprozesses. Sie ehrte das Engagement der Initiator*innen und verdeutlichte, wie wichtig es sei, an sich zu glauben und hartnäckig zu bleiben, wenn etwas Neues begonnen wird.


Ihr folgte eine Danksagung von Simon. Er zeigte auf, wieviel Unterstützung – auch außerhalb der Universität - zur Fertigstellung beigetragen hat und welche Hürden es gab. Besonders hervorzuheben bei dem Projekt sei die Interdisziplinarität. Er bat Interessierte, sich zu melden, wenn Verantwortung für das künftige Semester übernommen werden möchte.

Nachdem die Jurte rituell eingeweiht wurde, schloss Lena mit Gedanken zu „Stille und Umweltpolitik“ an. Um das Projekt in einen aktuellen, gesellschaftlichen Kontext einzuordnen, sprach sie über das Potential einer durch Meditation und Achtsamkeit erlebten Stille für umweltpolitische Prozesse. Sie erklärte kurz, inwiefern Ruheorte an öffentlichen Institutionen den Wissensfluss, die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit innerhalb demokratischer Prozesse und die Legitimation umweltpolitischer Entscheidungen stärken können. Die Ruhejurte an der HNEE solle dementsprechend als Leuchtturmprojekt dienen, das zeigt, wie auf individueller Ebene, die auch von der Umweltpolitik immer häufiger geforderte soziale Transformation unterstützt werden kann.


Valerie legte den Fokus auf Stille, Bildung und Körperarbeit. Sie lud dazu ein, Bildung kritisch zu reflektieren und daran zu arbeiten, einen Rahmen zu schaffen, der kritisches Denken und Handeln ermöglicht. Sie plädierte dafür, sich selbst und dem Körper mehr Beachtung zu schenken, um Authentizität zu leben. Die gemachten Erfahrungen können wiederum geteilt werden. Dementsprechend bietet der Silence Space Möglichkeit zur gegenseitigen Bildung.

Unsere Körper sind der Zugang zur Welt und unsere Kommunikationsmittel mit dieser. Der anthropogene Klimawandel konfrontiert den Menschen mit der Tatsache, dass er ein Treiber der globalen Erderwärmung ist. Das zeigt, dass es im Kern um die individuelle und emotionale Beziehung zur Natur geht – und um in eine Beziehung zu treten, braucht es den Dialog.


Fünf Butoh-Tänzer*innen aus Australien, Indien, Taiwan, Ungarn und Frankreich haben uns ihre Form des Dialogs aufgeführt. Äste, Blätter, Erde – all diese Elemente wurden von den Künstler*innen miteinbezogen und somit zeigte ihre Performance unter anderem die intrinsische Verwobenheit von Mensch und Natur. In sehr eigener Weise verbindet der japanische Ausdruckstanzes Butoh jahrhundertealte ostasiatische Körperweisheit mit der europäischen Identitätssuche – der Tanz ist ein Prozess des Selbstvergessens und auch der Selbsterkenntnis. Er ist geprägt von Kontrasten, die Ambivalenz von Licht und Dunkel, Geburt und Tod. So schafft der Tanz es, eine Metaebene aufzuzeigen, so dass der Mensch sich in seiner Ganzheit betrachten kann. Denn dies ist es auch, was wir in Zeiten großer globaler

Umbrüche benötigen – Weitsicht.


Nachdem die Tänzer*innen diese Thematik wortlos darstellten, löste Fanny die scheinbare Dualität von Stille und Klang in einer Symbiose auf. Sie sprach darüber, dass wir als lebendige Wesen akustische Stille niemals erleben, beziehungsweise hören können. Des Weiteren zeigte sie Stille und Pausen als eines der wesentlichsten Elemente der Musik auf. Sie verdeutlichte den wichtigen Zusammenhang von Stille in Bezug auf Zu- bzw. Hinhören, und den Wundern, die uns im bewussten Hinhören begegnen können - zwischen den Tönen.


Auf Fannys Rede folgten dann passend eine Klangmeditation und zwei Konzerte, in denen das Besprochene gleich in der warmen Atmosphäre des Silence Space erlebt werden konnte.

Am Freitag den 27.09. fand die erste Vorstellung innerhalb der Jurte mit den Erstsemestrigen des MasterstudiengangNs der nachhaltigen Unternehmensführung statt. Die Studierenden haben beschlossen einmal wöchentlich gemeinsam als Kurs zu meditieren.

Auch das Workshop-Programm ist fast fixiert. Es müssen nur noch Formalien mit dem Sicherheitsdienst der Universität besprochen werden, Schließfächer für Hab und Gut gebaut werden und eine Heizalternative zum nicht genehmigten Holzofen gefunden werden. Sehr bald werden die Pforten des Silence Space für alle Interessierten offen stehen.


Der menschengemachte Klimawandel zieht die Metapher mit sich, dass der Mensch sein eigenes Zuhause anzündet. Mit dem Silence Space wollen wir Raum geben, uns verstehen zu lernen. Es ist nicht die einfachste Sache, der Gesellschaft Stille näher zu bringen. Häufig kommt ein Unwohlsein mit Stille einher, ein sich verloren fühlen, eine Unbeholfenheit. Wenn es gelingt, sich diesen Emotionen in der Stille zu stellen, ohne sich von ihnen beherrschen zu lassen, kann das zu einem Wohlbefinden führen, welches sozialer Resilienz zu Gute kommt.





Opening Ceremony of the first Silence Space

The Silence Space at the University for Sustainable Development Eberswalde (HNEE) was officially opened on 25.09.2019!

The user agreement with the university has been signed and approved. A core group takes care of the coordination and organization of the early morning and evening workshop program in the yurt, as well as its maintenance. During the day the Silence Space serves as a quiet place for all members of the university to retreat. During the semester break, workshops on the topic of social-ecological transformation and mindfulness training will take place. The central question here is how we can rethink sustainability and pay special attention to our inner processes. The focus lies on the social dimension of sustainability. There are already many workshop requests of various kinds: from physical and breathing exercises to techniques of stress reduction and concepts of eco-psychology. In the Silence Space we can illuminate the relationship to ourselves, our fellow human beings and the whole. The perceived separation of human and nature can be addressed here, critical thinking and new approaches to thinking and acting can be promoted.


About 60 people attended the opening ceremony at the yurt on the Campus of Forest and Environment. In total five speeches were held, a dance performance and several musical performances in the evening filled the setting.


At 15:00 the vice president of the University, Prof. Dr. Heike Walk started with a short speech. She supported the project from the beginning and shared her perspective of the process. She honoured the commitment of the initiators and made clear how important it is to believe in oneself and to remain persistent when something new is started.


She was followed by a thank-you from Simon. He pointed out how much support - also outside the university - contributed to the completion and what hurdles had to be overcome. The project's interdisciplinarity is particularly noteworthy. He asked interested parties to contact him if they would like to take on responsibility for the future semester.

After the ritual inauguration of the yurt, Lena followed with thoughts on "Silence and Environmental Policy". In order to place the project in a current, social context, she spoke about the potential of a silence experienced through meditation and mindfulness for environmental processes. She briefly explained to what extent Silence Spaces at public institutions can strengthen the flow of knowledge, the decision-making and action capacity within democratic processes and the legitimacy of environmental policy decisions. The "Jurte der Stille" at the HNEE should accordingly serve as a lighthouse project, which shows how the social transformation increasingly demanded by environmental policy can be supported on an individual level.


Valerie focused on silence, education and bodywork. She invited us to reflect critically on education and to work on creating a framework that enables critical thinking and action. She advocated paying more attention to oneself and the body in order to live authenticity. The experiences made can again be shared. Accordingly, the Silence Space offers the opportunity for mutual education. Our bodies are access to the world and our means of communication with this. Anthropogenic climate change confronts man with the fact that he is a driver of global warming. This shows that the core issue is the individual and emotional relationship to nature - and to enter into a relationship requires dialogue.

Five Butoh dancers from Australia, India, Taiwan, Hungary and France have given us their form of dialogue. Branches, leaves, earth - all these elements were included by the artists and thus their performance showed, among other things, the intrinsic interweaving of man and nature. In a very own way, the Japanese expressive dance Butoh combines centuries-old East Asian bodily wisdom with the quest for European identity - dance is a process of self-forgetting and self-knowledge. He is characterized by contrasts, the ambivalence of light and dark, birth and death. Thus, the dance creates a meta-level, so that the human being can look at himself in his entirety. Because this is what we do in times of great global

After the dancers portrayed this theme wordlessly, Fanny dissolved the apparent duality of silence and sound into a symbiosis. She talked about how, as living beings, we can never experience or hear acoustic silence. Furthermore, she showed silence and pauses as one of the most essential elements of the music. It illustrated the important connection between silence in listening and listening, and the miracles that we can encounter in conscious listening. Fanny's speech was then followed suitably by a sound meditation and two concerts in which the talk was immediately experienced in the warm atmosphere of the yurt.

On Friday the 27.09. The first presentation took place within the yurt with the first semester students of the Master program of sustainable business management. The students decided to meditate together once a week as a course in Silence Space. The workshop program is almost fixed. All that remains is to discuss formalities with the security service of the university, to build locker for property and to find a heating alternative to the unauthorized wood-burning stove. Very soon, the doors of Silence Space will be open to anyone interested.

Man-made climate change brings with it the metaphor that humanity is destroying its own home. With the Silence Space we want to give space to understand ourselves. It is not the easiest thing to bring silence into societies of the global north. Often a discomfort comes along with it, feeling lost, an awkwardness. If one succeeds in facing these emotions in silence without being overwhelmed by them, this can lead to a sense of well-being that can trigger social resilience.



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Impressum

Inhaltlich Verantworlich sind die Schleiereulen (Valerie Voggenreiter; Fanny Langner; Lena Mutschler und Simon Ehinger)

Ansprechpartner: Simon Ehinger, Danckelmannstr. 1, 16225 Eberswalde

Kontakt: simon.ehinger@posteo.de

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